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Das Vertikutierprinzip erklärt

Cramer VertikutiererEin schöner, satt-grüner Rasen ist nicht selten das Herzstück eines begnadeten Gärtners. Viele Gartenbesitzer in Deutschland zögern deswegen nicht, alle ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten auszuschöpfen, um den eigenen Rasen zu optimieren. Eine bewährte und gern genutzte Methode ist das Vertikutierprinzip. Was lange nur dem Profi bekannt war, hat durch die vielen leicht zu handhabenden Vertikutierer in den vergangenen Jahren zusehends auch in kleinen Vorgärten Einzug gehalten. Doch wie funktioniert das Vertikutierprinzip? Worauf müssen Sie achten und wann sollten Sie Ihren Rasen am besten vertikutieren.

Was passiert beim Vertikutieren?

Das Vertikutierprinzip erklärtBevor wir uns genau anschauen, wie Vertikutierer arbeiten und wodurch sich diese Form der Rasenpflege auszeichnet, möchten wir Ihnen die Frage beantworten, was hier genau passiert. Grundsätzlich kann das Vertikutieren nicht mit dem Rasenmähen gleichgesetzt werden, da hier ganz unterschiedliche Arbeitsweisen erfolgen. Beim Vertikutieren geht es im Grunde darum, die Rasenqualität auf der einen Seite zu verbessern und auf der anderen eine zuverlässige Belüftung für den Boden sicherzustellen.

Dafür wird auf dem Rasen die Grasnarbe angeritzt. Die Vertikutierer, die es im Fachhandel gibt, besitzen hierfür kleine scharfe Messer. Durch die Messer und das Anritzen der vorhandenen Grasnarbe wird unter anderem dafür gesorgt, dass Mulch und Moos aus dem Rasen verschwinden. Beides setzt sich mit der Zeit auf der Grünfläche ab und sorgt zwar dafür, dass alles einheitlich grün aussieht, die Rasenqualität aber trotzdem eher mäßig ist. Die meisten Vertikutierer sind hierfür mit einem Fangsack versehen, wodurch Moos, abgestorbene Gräser und Mulch direkt aufgenommen und leicht entsorgt werden können.

Tipp! Das Vertikutieren stellt eine Pflegekur für den Rasen dar. Der Rasen wird hier von Dingen befreit, die ihn in seiner Entwicklung und seinem Wachstum eindämmen und langfristig zu Beschädigungen führen können.

Vertikutieren Sie nicht zu früh

Wenn Sie darüber nachdenken, Ihren Rasen vertikutieren zu lassen, sollten Sie sich nicht zu voreilig entscheiden. Wichtig ist, dass Ihr Rasen schon einige Jahre auf dem Rücken hat. So sollten Sie nach dem Anpflanzen wenigstens drei Jahre warten, bis Sie das erste Mal zum Vertikutierer greifen. Grund ist die Verwurzelung der Grashalme im Boden. Es dauert Jahre bis die Grashalme stark im Boden verwurzelt sind.

Beim Vertikutieren geht es darum, dass sich lose Grashalme lösen, da diese nicht mehr richtig wachsen können bzw. nur noch eingeschränkt mit Nährstoffen versorgt werden. Doch ist der Rasen zu jung, würde sich der Großteil der Grashalme aus der Erde lockern und Sie würden dem Rasen mehr Schaden als Nutzen zufügen. Junger Rasen macht zudem noch einen sehr luftigen und gepflegten Eindruck. Erst mit der Zeit sammeln sich allerhand Pflanzenreste. Darüber hinaus bleiben auch Reste vom Rasenmähen zurück. All das sorgt auf der Erdoberfläche für eine Art Filz, der aber wiederum das eigentliche Gras an einer gesunden Entwicklung hindert. Durch den Filz können nämlich weder Regenwasser noch Nährstoffe in ausreichender Menge an die Wurzeln der Grashalme gelangen. Langfristig würde das den Rasen zerstören und es wäre erforderlich, Gras neu anzusäen.

Auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an

Damit das Vertikutierprinzip Ihrem Rasen wirklich zugutekommt und dafür sorgt, dass dieser angenehm gesund und frisch aussieht, ist es enorm wichtig, dass Sie zum richtigen Zeitpunkt vertikutieren. Diesen herauszufinden, ist nicht immer leicht, denn er setzt prinzipiell eine gewisse Weitsicht und Planung voraus.

Achten Sie aber in jedem Fall auf Folgendes:

  • Beim Vertikutieren sollte der Boden möglichst trocken sein. Das ist enorm wichtig für gute Ergebnisse und erleichtert Ihnen letzten Endes auch die Arbeit.
  • Wenn möglich sollten Sie den Rasen immer im Frühling vertikutieren. Warten Sie so lange, bis kein Frost mehr im Boden steckt. Ab einer Bodentemperatur von 8 Grad Celsius beginnt das Gras im Frühling wieder zu wachsen.
  • Vor dem Vertikutieren müssen Sie noch einmal den Rasenmähen zur Hand nehmen. Entscheiden Sie sich dabei für eine besonders kurze Schnittlänge.

Tipp: In der Regel reicht es aus, wenn Sie den Rasen zunächst nur im Frühling vertikutieren. Eine zweite Runde hat dann Zeit bis in den Herbst. Die Voraussetzungen, die Sie erfüllen sollten, sind dann aber weitgehend die Gleichen.

Das Vertikutierprinzip: So funktionieren die Vertikutierer

Vertikutierer gibt es im Handel viele und die Geräte unterscheiden sich in zahlreichen Ausstattungsmerkmalen und Funktionen voneinander. Doch wir können Sie beruhigen: Das Prinzip, nachdem sie arbeiten, ist immer gleich. Wir möchten Ihnen hier zeigen, was der Vertikutierer genau mit Ihrem Rasen macht und wie die Geräte arbeiten. Auch wenn die Antriebsformen verschieden sind, ist der grundlegende Aufbau der Vertikutierer immer gleich. Das heißt: In der Asche des Vertikutierers steckt ein Stahlmesser. Dieses ist nicht immer als Messer erkennbar. Häufig handelt es sich auch nur um besonders scharfe Stahlscheiben. Wenn der Vertikutierer bewegt wird, wegen sich diese Stahlmesser im Grunde senkrecht nach unten. Dabei erreichen sie ein beachtliches Tempo. Da sie sich ausschließlich hoch und runter bewegen, dringen sie immer wenige Millimeter in den Erdboden ein. Um das Bewegen des Vertikutierers zu beschleunigen, sind die Modelle fast immer mit Rädern ausgestattet. Der im Vertikutierer sitzende Motor sorgt dafür, dass sich die Stahlmesser rasend schnell bewegen, sodass kaum ein Zentimeter des Erdbodens unbehandelt gelassen wird.

Wie tief die Stahlmesser genau in den Boden eindringen, können Sie bei den meisten modernen Vertikutierern einstellen. Hier sollten Sie sich aber immer vor Augen halten: Viel ist hier der falsche Ansatz. Wählen Sie eine möglichst geringe Tiefe. 2 cm sind hier schlichtweg schon zu viel und können dem Boden schaden. Ein Zentimeter ist in den meisten Fällen vollkommen ausreichend.

In dem Moment, in dem das Messer in den Boden eindringt und wieder herausgezogen wird, lösen sich absterbende, lockere Grashalme, Moose und Mulch, der vom Mähen liegengeblieben ist. Die Geschwindigkeiten, die hier herrschen, wirbeln das Ganze leicht auf, wodurch es direkt vom Vertikutierer aufgenommen und in einen Fangsack transportiert werden kann.

TIPP: Nach dem Vertikutieren sollten Sie Ihren Rasen immer düngen. Zu dieser Zeit kann er die Nährstoffe, die im Dünger sind, besonders gut aufnehmen und springt positiv darauf an.

Braucht man fürs Vertikutieren wirklich einen Vertikutierer?

Diese Frage liegt in der Tat nahe, wenn man darüber nachdenkt, wie genau dieses Gerät arbeitet. In den letzten Jahren wurde die Gartenarbeit immer dynamischer. Moderne Geräte wie Rasenmäher und Vertikutierer haben in den meisten Gärten Einzug gehalten und gelten hier indes auch als Standard. Doch all die Arbeiten, die wir heute mit Gartengeräten erledigen, wurden früher von Hand oder mit Hilfe von manuellen Werkzeugen bewältigt. Demnach gilt: Vertikutieren können Sie im Grunde auch von Hand. Im Fachhandel gibt es auch noch eine Auswahl an Handvertikutierern, alternativ können Sie hier aber auch auf einen normalen Rechen ausweichen. Das Vertikutieren von Hand kostet nicht nur relativ viel Kraft, es dauert auch recht lange, weshalb es heute nur noch selten ausgeführt wird.

Der Fokus liegt also klar auf der Verwendung eines guten Vertikutierers, wobei zwischen zwei grundlegenden Formen unterschieden werden kann:

Modell Hinweise
Benzinvertikutierer Der Benzinvertikutierer gehört in der professionellen Landschaftspflege und in großen Gärten zu den Geräten der ersten Wahl. Er arbeitet relativ laut, ist dafür aber kabellos und kann damit auf großen Flächen bedenkenlos bewegt werden. Auch bei einem sehr festen und dichten Boden werden Sie mit dem Benzinvertikutierer keine Probleme haben. Aus Umweltsicht sind diese Geräte aber sicherlich nicht ganz unbedenklich.
Elektrische Vertikutierer Wer nur einen kleinen Garten hat, kann auch auf einen Vertikutierer mit Elektroantrieb ausweichen. Diese elektrischen Antriebe sind leise, sparsam und für den Privatgebrauch in der Regel ausreichend. Bei den Geräten ist das minimale Gewicht überraschend und sorgt für einen recht hohen Handhabungskomfort. Auf großen Grundstücken stoßen sie aber schnell an ihre Grenzen, denn sie müssen an das Stromnetz angeschlossen werden.

Vertikutieren und lüften: Zwei unterschiedliche Paar Schuhe

Wenn Sie bislang vermutet haben, dass Vertikutieren und Lüften das Gleiche sind, müssen wir Sie enttäuschen. Sicherlich gibt es vom grundlegenden Ansatz Gemeinsamkeiten, doch die Vorgehensweisen sind vollkommen verschieden. Bedenken Sie immer: Beim Vertikutieren ritzen Sie den Boden nur an. Ziel ist es, dass sich lose Gräser lockern und die Gesunden vollkommen erhalten bleiben.

Beim Lüften, bei dem der Profi fachmännisch vom Aerifizieren spricht, ist die Vorgehensweise eine vollkommen andere:

  • Beim Lüften steht ein Austausch von Gasen im Vordergrund.
  • Für das Aerifizieren werden in den Boden mehrere kleinere Löcher eingebracht. Diese sind nicht nur tiefer, sondern auch um einiges größer als die Ritzen beim Vertikutieren. So erreichen die Lüftungslöcher eine Tiefe von 9 cm. Weiterhin wird hier ein Durchmesser von 1 bis 2 cm umgesetzt.
  • Das Lüften sehen Sie dem Rasen nicht an. Anders ist es stattdessen beim Vertikutieren. Beim Herausziehen der kleinen Stahlmesser können Erde und Sand auf dem Rasen landen. Diese Rückstände verschwinden aber sehr schnell wieder und ein gesunder, sattgrüner Rasen bleibt zurück.

Lohnt sich das Vertikutieren?

Ein schöner Rasen ist durchaus Gold wert und ein Genuss für die Augen. Doch wer sich Jahr für Jahr an einem gesunden Rasen erfreuen möchte, muss auch einiges tun und die Halme pflegen. Dabei gilt auch hier: Nur der gesunde Rasen sollte im besten Fall überleben. Grashalme, die nicht mehr gesund sind, sollten stattdessen weichen. Genau darauf zielt das Vertikutieren ab.

Vor- und Nachteile eines Vertikutierers

  • Vertikutieren entlastet den Boden
  • entstehender Filz auf der Grasnarbe wird entfernt
  • Regen und Nährstoffe können wieder besser in den Boden eindringen
  • Grashalme werden mit ausreichend Wasser versorgt
  • Rasen wirkt frischer und gesünder
  • braucht Zeit und geht mit viel Arbeit einher
  • lose, junge Grashalme können versehentlich entfernt werden

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